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Energiesparen

Energiepreise auf Höhenflug

Deutschland ist nach den USA, den Staaten der ehemaligen USSR, China und Japan der fünftgrößte Energieverbraucher der Welt. Strom - Gas - Heizung - bei uns seit langem eine Selbstverständlichkeit. Kein Haushalt kann heute mehr ohne solche Energieträger auskommen. Eine Zeit lang sah es so aus, als wenn beispielsweise der Strom immer billiger werden würde. Auch Heizenergie war zu günstigen Konditionen zu erhalten. Das ist aber nun endgültig vorbei. Treibstoffpreise, Heizölpreise, Strompreise, Gaspreise - alles steigt und wir sind noch längst nicht am Ende der Preisentwicklung angelangt.

Strom

Fast alle Geräte im Haushalt werden heute mit Strom betrieben. Vor allem ältere Geräte (Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und andere) verbrauchen meist unverhältnismäßig viel Strom. Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass neue Geräte grundsätzlich sparsam mit Energie umgehen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sind zum Teil recht groß. Erkundigen Sie sich deshalb stets vor der Anschaffung neuer Geräte über deren Stromverbrauch.

Bestimmte Haushaltsgeräte müssen entsprechend dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) mit einem Etikett mit Angaben über den Verbrauch an Energie und anderen wichtigen Ressourcen gekennzeichnet werden. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es derzeit (Anfang 2004) für:
Haushaltsgroßgeräte (wie Kühlgeräte, Gefriergeräte und deren Kombinationen, Waschmaschinen, Wäschetrockner und deren Kombinationen (d.h. Waschtrockner) sowie Elektroherde, Lampen für den Hausgebrauch und Klimageräte.

Die Kennzeichnung umfasst im Wesentlichen eine Nennung des Energieverbrauches (zum Beispiel Kilowattstunden je Kilogramm Wäsche im Standardwaschprogramm bei Waschmaschinen) sowie eine Zuordnung des jeweiligen Gerätes in eine von sieben Energieverbrauchsklassen. Die Energieverbrauchsklasse „A“ kennzeichnet sehr gute, die Klasse„G“ = sehr schlechte Geräte.

Energiefresser „Stand-by“

Viele Elektrogeräte verbrauchen auch dann Energie, wenn sie ihre eigentliche Funktion nicht erfüllen. Immer mehr Elektrogeräte haben keinen Schalter mehr, der das Gerät vom Netz trennt. Sie verursachen Leerlaufverluste. Die Bereitschafthaltung, englisch stand-by, ist die bekannteste, aber nicht einzige Form dieser Energievergeudung. Der unnötige Leerlauf von Elektrogeräten in Privathaushalten und Büros in Deutschland verschlingt jedes Jahr mindestens 3,5 Milliarden €.

Bewusster Heizen

Energie sparen Doch Energiefresser Nummer eins ist mit ca. 75 Prozent die Heizung. Deshalb lohnt das Sparen dort besonders. Frieren muss dabei aber niemand:

Zu hohe Raumtemperaturen sind nicht nur ungesund und steigern die Gefahr von Erkältungen, sondern kosten auch unnötig Energie und damit Ihr Geld. Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart ca. 6 % Heizkosten. Für Wohn- und Arbeitsräume sind 20 °C völlig ausreichend.

Und beachten Sie bitte: Heizkörper nicht abdecken oder zustellen, da die erwärmte Luft sich sonst nicht im Raum verteilen kann. Bei längerer Abwesenheit kann die Heizung herunter gedreht oder – besser noch- auf die Frostschutzposition des Thermostatventils (diese ist meist mit einem *gekennzeichnet) eingestellt werden.

Während der Nachtstunden sollten Sie nach Möglichkeit die Raumtemperatur auf eine noch als behaglich empfundene Temperatur absenken. Das spart Geld und schont die Umwelt. Rollläden, Fensterläden und Vorhänge sollten nachts geschlossen sein. Aber achten Sie darauf, dass Gardinen oder Vorhänge nicht die Thermostatventile verdecken, da diese andernfalls die Raumtemperatur nicht mehr richtig regeln.

Richtiges Lüften

will gelernt sein: Vermeiden Sie Dauerlüften (z.B. bei „Kippfenstern“) und lüften Sie stattdessen nur kurz (nie länger als zehn Minuten) und kräftig (Durchzug). Danach die Fenster wieder schließen. Dauerlüften bei gekipptem Fenster und aufgedrehter Heizung ist reine Energie- und Geldverschwendung.

Einsparungen beim Bau

Noch größere Einsparungen können durch bauliche Maßnahmen erzielt werden:

Über 70 % der Heizenergie lassen sich allein durch verbesserte Wärmedämmung der Außenwände, des Dachbodens und des Kellers sowie durch den Einbau wärmeschutzverglaster Fenster einsparen. Wärmeschutzverglasungen mit besonders niedrigen Wärmeverlusten sind mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Lassen Sie jedoch bauliche Maßnahmen, wie z.B. einen Fensteraustausch, nur durch Fachfirmen ausführen, da mangelhaft ausgeführte Arbeiten zu schlechten Wärmedämm-Ergebnissen führen.

Der Staat hat allen Häusern mit erhöhtem Energieverbrauch eine Verjüngungskur verschrieben. Davon betroffen sind vor allem Gebäude mit veralteten Heizkesseln. Womit müssen Hauseigentümer rechnen und welche Unterstützung erhalten sie vom Gesetzgeber?

Der Initiativkreis Erdgas & Umwelt weist darauf hin, dass der Staat mit zwei Verordnungen veralteter Heiztechnik den Garaus machen will. Die Bundes-Immissionsschutzverordnung mustert bis Ende 2004 alle Kessel aus, die zu viel Energie ungenutzt mit den Abgasen durch den Schornstein pusten. Bis 2006 bringt die Energieeinsparverordnung das Aus für Wärmeerzeuger, die vor 1978 installiert wurden. Zudem verlangt der Gesetzgeber die Dämmung von Geschossdecken über beheizten Räumen. Ferner müssen alle Leitungsrohre gedämmt werden, in denen warmes Wasser fließt.

Allerdings ist bei der Energieeinsparverordnung zu berücksichtigen, dass in Ein- und Zweifamilienhäusern die Modernisierungen nur bei einem Eigentümerwechsel Pflicht sind. Darüber hinaus müssen Heizkessel, die nach 1996 mit einem neuen Brenner ausgerüstet wurden, erst 2008 ausgetauscht werden.

Wer vor der Aufgabe steht, ein altes Haus zu modernisieren, kann vom Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Darlehen bekommen. Darüber hinaus gibt es sogar einen Krediterlass von 20 Prozent. Möglich macht dies das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW. Jedoch erhält man den Darlehenserlass nur unter der Voraussetzung, dass das Gebäude nach der Modernisierung die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllt.

Bildquelle: Viessmann Werke GmbH & Co KG



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